Junge Menschen haben klare Forderungen an den Synodalen Weg

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BDKJ-Diözesanverband Paderborn unterstützt Reformprozess der katholischen Kirche mit Postkartenaktion

Paderborn. Der nächste Schritt des Synodalen Weges, dem Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland, wurde am 4. und 5. Februar gegangen. Die 230 Mitglieder der Synodalversammlung trafen sich aufgrund der Pandemie zu einer Online-Konferenz, die im Livestream verfolgt werden konnte. Auch aus dem Erzbistum Paderborn sind viele Personen aus unterschiedlichen Kontexten an dem Prozess beteiligt. Der BDKJ-Diözesanverband Paderborn hatte vor diesem Hintergrund im vergangenen Jahr eine Postkartenaktion gestartet. Unter dem Motto „Packe deinen Koffer für den Synodalen Weg“ wurde dazu ermutigt, die eigene Meinung zu äußern und sich selbst zu fragen: Was sind dringende Themen, die jetzt in der katholischen Kirche anzupacken sind? Hunderte Postkarten sind seitdem beim BDKJ-Diözesanverband eingegangen und werden den Beteiligten aus dem Erzbistum mit auf den Weg gegeben. Der hohe Rücklauf zeigt ein großes Interesse und viele Ideen, die katholische Kirche in Deutschland fit für die Zukunft zu machen.

Viele junge Menschen wünschen sich in der Kirche echte Beteiligungsmöglichkeiten, volle Geschlechtergerechtigkeit und einen ehrlichen Umgang mit dem Thema Sexualität statt einfachen Verboten. Auch ansprechende Social-Media-Seiten, gemeinsame Gestaltung von Gottesdiensten, Unterstützung der Jugendarbeit und moderne Musik wurden immer wieder genannt. Die Rückmeldungen zeigen auch, dass viele junge Menschen sich ein starkes Engagement der Kirche wünschen, wenn es um Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und die Situation von jungen Geflüchteten geht. Zur Lösung von weltweiten Problemlagen und den innerkirchlichen Fragen des Synodalen Weges benennen viele Teilnehmende Frieden, Liebe und gegenseitiges Vertrauen als wichtige Punkte.

Die Statements zeigen, dass der Synodale Weg hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit von katholischer Kirche die richtigen Themen setzt, so Annika Manegold, BDKJ-Diözesanvorsitzende. „Wie kann dafür gesorgt werden, dass Machtmissbrauch unterbunden wird und sich möglichst viele Menschen bei der Ausgestaltung der Kirche und des Glaubens beteiligen können? Das sind Fragen, die für uns als BDKJ und für die jungen Menschen in diesem Prozess eine große Rolle spielen“, so Manegold. So schreibt beispielsweise ein 25-jähriger auf seiner Postkarte: „Ich wünsche mir eine offene Kirche für alternative Lebens- und Liebesformen. Egal, ob homosexuell, trans- oder heterosexuell. Alle diese Lebensweisen sollten auch mit der Kirche vereinbar sein und akzeptiert werden. Kirche darf die Gesellschaft nicht trennen. Sie sollte sie einen.“

 

Toleranz, Glaubwürdigkeit, Offenheit, Vielfalt, Gerechtigkeit. Diese Stichworte werden auf den Postkarten immer wieder themenübergreifend genannt. „Wir brauchen Antworten auf die drängenden Fragen in unserer Kirche. Wir brauchen konkrete Entscheidungen, die im Glaubensleben der Menschen einen Unterschied machen. Nicht der Synodale Weg ist das Ziel, sondern die Umkehr und die Erneuerung der Kirche“, betont BDKJ-Diözesanvorsitzender Jan Hilkenbach, der auch stimmberechtigtes Mitglied der Synodalversammlung ist.

Der Synodale Weg ist ein gemeinsamer Prozess der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), der Laienvertretung in Deutschland. Maßgeblicher Anlass war die 2018 veröffentliche MHG-Studie, die aufzeigte, dass die sexualisierte Gewalt durch Geistliche in der Kirche systemisch begünstigt wurde. Das Ziel des Synodalen Weges ist, die kirchlichen Strukturen in Deutschland weiterzuentwickeln um als Organisation ihrem Zweck gerecht zu werden: der Verkündigung des Wortes Gottes.

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ist der Dachverband der Katholischen Jugendverbände. Der BDKJ-Diözesanverband Paderborn unterstützt die Tätigkeiten seiner zehn Jugendverbände im Erzbistum und hat die Aufgabe, Interessen von Kindern und Jugendlichen in Kirche, Gesellschaft und Staat zu vertreten.

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