Sehr geehrter Herr Laschet… #LeaveNoOneBehind

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Am vergangenen Wochenende fand vom 25.-27. September 2020 die KjG Diözesankonferenz statt. Im Rahmen der Konferenz hat sich die KjG-Diözesanleitung an der Aktion #LeaveNoOneBehind beteiligt. Ein mit der Unterstützung von civilfleet-support e.V. erstelltes Statement wurde öffentlich über Instagram an den NRW-Ministerpräsidenten Herrn Laschet gerichtet.
So beteiligte sich die Diözesanleitung  mit einem Statement zu den unerträglichen Umständen der geflüchteten Menschen auf den griechischen Inseln und in Moria. Kein Mensch flüchtet einfach so. Es ist an der Zeit zu handeln, die christlichen und europäischen Werte nicht zu verlieren und sich aktiv für die dort Lebenden stark zu machen. Der KjG Diözesanverband Paderborn wendet sich darum mit einem Statement an den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet, sich als Christdemokrat einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen, um die schlimmen Umstände zu beenden und sich in Landes- und Bundespolitik aktiv für die Aufnahme der Menschen in Moria nach Deutschland zu engagieren.
Den Text dieses Statements findest du hier. Wenn Du das Video der Aktion sehen möchtest, folge uns auf Instagram (kjg_dv_paderborn).

Die Schwächsten dürfen nicht am meisten leiden:
Retten Sie die schutzsuchenden Menschen – insbesondere auf den griechischen Inseln.

Sehr geehrter Armin Laschet,

als einer der großen Kinder- und Jugendverbände in NRW wenden wir uns heute an Sie und nehmen damit unsere Verantwortung als politisches Sprachrohr für Kinder und Jugendliche wahr.

Wir fordern Sie dazu auf Ihr politisches Mandat umgehend dafür zu nutzen, sich mit aller Kraft für die Aufnahme der Geflüchteten aus Moria und allen anderen Lagern auf den griechischen Inseln nach Deutschland und in die Länder der EU einzusetzen! Dazu gehört für uns das verabschieden einer Landesaufnahmeordnung.

Nachdem unzählige Warnungen über Jahre hinweg nicht gehört werden wollten, ist in den Nächten zwischen dem 08. und 10. September 2020 das Horrorszenario eingetreten: Das völlig überfüllte Lager Moria ist zu großen Teilen abgebrannt und steht als Beispiel dafür, was auch in allen anderen Lagern auf den griechischen Inseln jederzeit passieren kann. 13.000 Menschen haben alles verloren, was kein Zuhause, aber ihre einzige Unterkunft war.

Das Feuer ist die Konsequenz einer europäischen Flüchtlingspolitik, die auf Abschottung und Abschreckung setzt. Einer Flüchtlingspolitik, die tötet und die Schutzsuchende in den Lagern über Jahre alleine ließ. Die Katastrophe war vorhersehbar und wurde wissentlich in Kauf genommen. Die Bundesregierung hätte die Möglichkeit gehabt, die Situation in Moria zu entschärfen.

In Deutschland haben über 170 Kommunen, Städte und Länder ihre Aufnahmebereitschaft seit geraumer Zeit unzählige Male bekundet. Thüringen, Berlin und auch kürzlich Bremen haben Landesaufnahmeanordnungen beschlossen. Bundesinnenminister Seehofer blockiert diese Solidarität und Bereitschaft jedoch. Er spricht von einer “europäischen Lösung”, die nichts anderes bedeutet, als ein Festhalten an der unmenschlichen Lagerpolitik, bei der Menschenleben riskiert werden.

Wenn Deutschland und Europa seine Werte nicht endgültig verraten wollen, muss die Zeit des Nichthandelns vorbei sein. 13.000 Menschen in Moria hätten längst evakuiert werden müssen! Die bisher von der Bundesregierung zugesagte Anzahl zur Aufnahme ist völlig unzureichend. Tausende Menschen sind seit dem Brand obdachlos und Covid-19 hat Lager auf Chios und Samos bereits erreicht.

Kein Mensch flieht einfach so. Die Situation aller Schutzsuchenden muss gesehen, die Geflüchteten gehört und deren Menschenrechte geachtet werden. Flucht ist ernst und das muss endlich ernst genommen werden!

Wir fordern Sie auf: Schöpfen Sie Ihre Möglichkeiten aus und kommen Sie Ihrer Verantwortung nach! Setzen Sie sich für einen humanen Umgang mit Geflüchteten ein! Wirken Sie auf eine sofortige Aufnahme der Menschen nach Deutschland hin! Die Bundesregierung muss ihre Blockadehaltung umgehend aufheben und die Aufnahme der Menschen nach Deutschland JETZT organisieren, denn: Wir haben Platz!

Bis Sie die Evakuierung der Lager politisch durchsetzen können, bitte ich Sie: Beenden sie die humanitäre Notlage, in der auf dem Rücken der Menschen in Not Politik gemacht wird. Setzen Sie sich dafür ein, dass EU-Kommission, Bund und Länder Geld für Schiffe und ein Hygienekonzept bereitstellen, damit die Menschen schon morgen vor Ort würdig untergebracht werden.

Für die Mitglieder des KjG-Diözesanverbandes Paderborn

Die Diözesanleitung:
Johanna Rüffin, Silvia Schäfers, Niklas Zimmer, Franziska Ceglarski und David Jetter